Achtsam Morden. (Band 1)

von Karsten Dusse Gelesen und rezensiert: Mai 2023


Was kommt nach dem 4. Band? Richtig, der erste - so ist das, wenn man sich auf eine Lesereise begibt und davor keine Recherche gemacht hat. Nachdem ich Band 4. innerhalb kürzester Zeit verschlungen hatte, war mein nächster  Weg - beinahe - in die gut sortierte Buchhandlung nebenan; die ersten 3 Bände mussten her. Weiter ging das Lesevergnügen, diesmal mit Band 1, um Björns Geschichte vom Anfang her zu erleben. Und eines gleich vorne Weg, es hat sich gelohnt.

Worum geht es in kurzen Worten? Also Björn ist ein eigentlich idealistischer Anwalt. Er arbeitet als Strafverteidiger und hat seinen Idealismus über die Jahre verloren. Jetzt mit Anfang 40 gibt es ihn so gut wie nicht mehr, was wohl daran liegt, dass sein Mandat - den er im Namen einer großen Kanzlei betreut - ein Mafioso der eher übleren Sorte ist. Seine Ehe steht auf der Kippe, teilweise auch wegen des Jobs und er hat eine Tochter Emily, die er über die Maßen liebt, aber eigentlich nie sieht.

Seine Frau stellt ihn vor ein Ultimatum entweder Achtsamkeitstraining, oder die Ehe und damit auch die Beziehung zu seiner Tochter sind zu Ende. Vor allem aufgrund der Sorge vor Letzterem begibt sich Björn also zum Achtsamkeitstraining. 12 Wochen, jeden Donnerstag um 20.00 Uhr, oder gegen 20.00 Uhr, findet sich Björn bei Joschka Breitner ein. Eigentlich kommt Breitner nur auf den ersten 20 Seiten des Buches aktiv vor, danach treffen wir ihn nur noch in Form von Auszügen aus seinen Büchern, zu Beginn jedes Kapitels. Björn macht sich auf die Reise und die Achtsamkeitsübungen zeigen schnell Wirkung. 

Als sein Mandat allerdings, aufgrund eines Tötungsdeliktes, das aufgezeichnet wurde und auch den Weg ins Internet findet, bei Björn aufschlägt, scheint es, als wäre es mit der Achtsamkeit schnell wieder vorbei. Doch Björn bleibt auf dem achtsamen Pfad, allerdings in einer sehr spezifischen Art und Weise, die wohl so nicht immer im Sinne der Erfinder gewesen sein mag. 

Mehr sei an dieser Stelle zum Inhalt nicht verraten. Das Buch hat mich gefesselt, es macht Spaß es zu lesen. Es ist witzig und spannend und hat eben auch diese Perspektive der Achtsamkeit, die einen in den Bann zieht. Ich kann Karsten Dusse nur zu der glorreichen Idee beglückwünschen, Achtsamkeit in diesen Kontext zu bringen.


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