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Start with why

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von: Simon Sinek gelesen und rezensiert: Jänner 2026 Ein Konzept mit Geschichte Ich kann gar nicht mehr genau sagen, wann ich das erste Mal mit den Ideen und Konzepten von Simon Sinek in Berührung gekommen bin. Vermutlich war es 2016 im Zuge meiner Ausbildung zum Diplomierten Online-Marketer - das ist also schon eine ganze Zeit her. Vielleicht war es aber auch schon früher, in meinen wilden Agenturjahren. Das war eine richtig verrückte Zeit, damals vor dem iPhone. Ich dachte es wäre sinnvoll 80 Stunden die Woche zu arbeiten und nur für 20 Stunden Geld zu bekommen - naja, darum solls hier gar nicht gehen. Sineks Konzept des golden circle ist jedenfalls nur noch knapp ein Teenager und geht hart auf die 20 zu. Kann so ein Konzept heute noch etwas oder ist das einfach alles outdated? Warum und Wie, dann erst was. I ch habe das Buch “start with why” zum ersten Mal wirklich gelesen und nicht nur überflogen und um mitreden zu können und weil ich allen zeigen wollte, dass ich deeper bin, und m...

The mindful body

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von: Ellen J. Langer gelesen und rezensiert: 2025 Ellen J. Langer ist eine renommierte Professorin für Psychologie an der Harvard Universität, die sich in ihren Werken allerdings immer wieder dem Themenkomplex der Achtsamkeit widmet. Was Achtsamkeit bewirken kann und was Achtsamkeit überhaupt ist, sind zentrale Fragestellungen ihrer Forschung.  Köper-Geist In “The mindful body” stellt sie eine These in den Vordergrund, die einigen sehr banal und anderen maßlos ketzerisch vorkommen wird: es gibt nicht den Körper und den Geist, als getrennte Einheiten, sondern es gibt nur den Köper-Geist. Daraus folgt natürlich, dass es auch nicht eine körperliche Gesundheit und eine geistige Gesundheit gibt, sondern Gesundheit. Langer schreibt an einer Stelle sehr schön: “ Ich glaube, dass alles, was in unserem Körper auf irgendeiner Ebene vorhanden ist, auch auf jeder anderen Ebene vorhanden ist; wir haben nur noch nicht die Werkzeuge, um es zu sehen, oder das Bewusstsein, dass wir überhaupt hinsch...

Lazar

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 von: Nelio Biedermann gelesen und rezensiert: Dezember 2025 Selten war der Hype, um ein Buch, das ich lese, größer als bei diesem - vielleicht  noch am ehesten bei Caroline Wahls “Die Assistentin”. Woran das genau liegt, kann ich nicht sagen, vielleicht einfach daran, dass es Neuerscheinungen sind und der umkämpfte Literaturmarkt um sie besonders viel Lärm macht. Ob der Hype gerechtfertigt ist, also ob ich ihn für gerechtfertigt halte, sage ich euch zum Schluss. Familiengeschichte In “Lazar” begleiten wir eine ungarische Adelsfamilie durch große Teile des von Krieg und Wirren gekennzeichneten 20. Jahrhunderts. Und was noch vor dem Lesen auffällt, ist, dass das Buch gar nicht so aussieht wie eine Familiengeschichte, die sich über mehrere Generationen zieht, weil es nämlich kein unermesslicher Ziegel von einem Buch ist. Biedermann erzählt die Geschichte äußerst kompakt. Es geht ihm von Anfang an nicht darum, eine umfassende Geschichte des 20. Jahrhunderts zu erzählen, noch nich...

Outlive

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von: Peter Attia gelesen und rezensiert: Sept-November 2025 Länger leben, besser leben. Das menschliche Leben ist endlich und weil das so ist, gibt es wahrscheinlich, seit es Menschen gibt, auch den Wunsch, das eigene Leben zu verlängern. Peter Attia geht in seinem Buch “Outlive” der Frage nach, was können wir tun, um nicht nur unsere Lebensspanne zu verlängern, sondern vor allem unsere gesunde Lebenszeit - schließlich wollen wir nicht nur länger leben, sondern wir wollen die Zeit auch gesund und aktiv verbringen. Und das ist nicht ganz so einfach, das erklärt auch den Umfang des Buches, das mit knapp 500 Seiten exklusive Literaturverzeichnis auch ein gewisses Maß an Lebenszeit in Anspruch nimmt.  Die 4 Apokalyptischen Reiter Was uns daran hindert, unser Lebensalter zu erhöhen und gleichzeitig unser gesundes Lebensalter, das sind die 4 apokalyptischen Reiter des Alterns: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-II Diabetes, Krebs und neurodegenerative Erkrankungen. Daran sterben Menschen d...

Die Assistentin

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von: Caroline Wahl gelesen und rezensiert: November 2025 Ein viel diskutiertes Werk Caroline Wahl ist eine der Shooting-Stars der deutschen Literaturszene und ich habe mich nach “22 Bahnen” sehr auf ihr neuestes Werk “Die Assistentin” gefreut. Ich weiß nicht, ob ich das schon einmal erwähnt habe, aber ich versuche mich - soweit möglich - von Informationen über Bücher, die ich lesen möchte, fernzuhalten, um einen unvoreingenommenen Blick auf das Werk zu bekommen. Wenn überhaupt, dann lese ich Kritiken oder Interpretationen, erst nachdem ich ein Buch gelesen habe. Ganz gelingt das selten, umso weniger, wenn es sich bei dem Buch eben um das Werk eines Shooting-Stars handelt. Ich wusste also ungefähr worum es geht und war gespannt, wie Wahl an das Thema herangehen würde. Ein Plot in 5 Sätzen Für alle, die den Plot nicht kennen, der lässt sich wirklich in aller Kürze nacherzählen. Charlotte, eine junge Frau, nimmt einen Job als Assistentin von einem Verleger in München an. Das wars auch sch...

Angststillstand

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von: Richard David Precht gelesen und rezensiert: Oktober / November 2025 created by: google gemini Ein neuer Essay in Buchform von Richard David Precht. Ähnlich wie “Das Jahrhundert der Toleranz” greift es ein Thema auf, das dem Autor augenscheinlich sehr am Herzen liegt. Diesmal geht es um die Meinungsfreiheit und die Frage, ob sie nach wie vor in dem Ausmaß vorhanden ist, wie sie eine liberale Demokratie, die auf einer deliberativen Öffentlichkeit basiert, braucht. Er schließt damit, zumindest fühlt es sich für mich so an, an das Buch “Die 4. Gewalt” an, das er mit Harald Welzer gemeinsam gemacht hat und für das er teils hart kritisiert wurde. Diesmal spannt er den Bogen allerdings noch ein bisschen weiter. Ging es in “Die 4. Gewalt” hauptsächlich um die Medienwirtschaft, so ist jetzt die Meinungsfreiheit ganz allgemein im Fokus. Und ich kann mein Urteil vorwegnehmen: Ich finde, es ist ein gutes Buch, zu einem guten Zeitpunkt.  Meinungsfreiheit - alles beim Alten? An der gesetzl...

Am Ende

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von: Jean-Remy von Matt gelesen und rezensiert: Oktober 2025 Wer auch immer mit Werbung zu tun hat - also nicht nur in der passiven, konsumierenden Rolle - kennt Jean-Remy von Matt. Seine Agentur, die er gemeinsam mit seinem Partner Holger Jung gegründet hat, ist Legende: Jung von Matt. In den vergangenen 30 Jahren hat diese Agentur die Werbebranche auf eine Art und Weise geprägt, die für den DACH-Raum einzigartig ist. Das war für mich der Anlass, einen Blick in das neueste Buch von Jean-Remy von Matt zu werfen, mit dem etwas traurigen Titel “Am Ende”. Erzählungen aus dem Leben eines Werbers “Am Ende” ist keine Autobiografie, kein Roman, keine Novelle, sondern vielmehr eine Aneinanderreihung von Kurzgeschichten, die aus dem Leben und Wirken von JRvM erzählen. Und es wäre kein Buch von ihm, wenn es keinen kreativen Zugang wählen würde. Dafür ist es wichtig zuerst einen Leitgedanken des Buches vorzustellen: Lege es weg, wenn es dir nichts mehr bringt. Da ich JRvM nicht kenne, möchte ich...