Achtsam Morden. Durch bewusste Ernährung (Band5)
von Karsten Dusse
gelesen und rezensiert: Jänner 2024
Die “Achtsam Morden” Reihe geht weiter. Björn Diemel hat über 4 Bände hinweg seine innere Mitte gefunden. Achtsam und mit Hilfe einiger unvermeidbarer Morde hat er das Mafia-Unternehmen von Dragan unter seine Kontrolle gebracht. Dabei war er so erfolgreich, dass er begann, unter seinem Erfolg zu leiden. Ihm ist langweilig, er braucht ein neues Projekt. Und das taucht mit Gerd, durch Vermittlung von Sascha, der nach wie vor den Kindergarten leitet, genau im richtigen Moment auf: Eine Biomariuhana-Plantage. Allerdings funkt ein Entführungsversuch dazwischen. Unbekannte versuchen die Tochter von Björn während eines Zoobesuchs, in ihre Gewalt zu bekommen.
Björn kann das im wahrsten Sinne des Wortes mit letzter Kraft verhindern. Ein anderes Thema rückt dadurch in den Fokus seiner Aufmerksamkeit. Er hat zwar seine innere Mitte gefunden, aber die Ränder sind mittlerweile etwas ausgefranst. Oder anders formuliert, Björn ist dick geworden. Die Langeweile hat er nämlich über einige Zeit mit Essen betäubt und zwar mit so viel, dass es ihm nicht gut tut und von einer Qualität, die sich ebenfalls negativ ausgewirkt hat.
Sein Besuch bei Joschka Breitner steht diesmal also unter dem Motto: Weniger ist mehr. Gut, dass Breitner auch auf diesem Gebiet Experte ist und ein Buch dazu veröffentlicht hat: Schöner Wohnen im eigenen Körper. Für Björn beginnt eine neue Ernährungsreise, um sich in seinem Körper wieder wohl zu fühlen und mit potentiellen Entführern oder sonstigen Ganoven, mit denen er ob seines Jobs öfter als der Durchschnitt konfrontiert ist, leichter fertig zu werden.
Achtsamkeit ist also durch. Ein anderer Aspekt von seelischem und körperlichem Wohlbefinden tritt auf den Plan, die bewusste Ernährung. Ein Thema, das sich mindestens ebenso gut eignet, einen ironischen und teilweise sarkastischen Blick darauf zu werfen. Dusse folgt damit seinem Konzept, ändert es aber ein wenig ab. Anders als in den bisherigen Büchern wirkt das Buch zwischendurch beinahe wie ein Ratgeber für bewusste Ernährung. Ich kann damit einiges anfangen, weil ich bewusste Ernährung für einen wesentlichen Bestandteil eines guten Lebens halte - ebenso wie Achtsamkeit. Trotzdem fand ich den Ratgeberteil des Buches ein bisschen anstrengend.
Auch der Hauptteil der Geschichte, mit der beinahe Entführung seiner Tochter und der Biomariuhana-Plantage konnte nicht ganz an das Level der Vorgänger heranreichen. Die Grundidee ist gut, aber es fehlt etwas. Was genau kann ich nur schwer greifen. Ich finde es plätschert so ein bisschen dahin, wenig Dramatik, wenig Spannung, irgendwie hatte ich nie das Gefühl, es würde wirklich um etwas gehen - vielleicht kurz, als die beinahe Entführung geschildert wurde. Die Auflösung klappte ganz einfach und mehr oder weniger war die Geschichte nur ein kurzer Schluckauf.
Der Unterschied zu den anderen Büchern liegt vielleicht auch darin, dass sich Alltagsleben und Lebensweisheiten besser verbunden haben. Breitner gibt Diemel einen Schubs in die Richtung und schwups, in der nächsten Szene kann Diemel das einsetzen. Diesmal war die Verbindung nicht so stark und das Thema bewusste Ernährung war eine Art Parallelgeschichte.
Mir ging es ähnlich wie in Band 3, als Björn den Jakobsweg gewandert ist. Es ist ein bisschen abgedroschen. Dazu kommt die schwächere Integration des Themas in die eigentliche Geschichte, die auch nicht so fesselnd war. Das Buch war wieder gut zu lesen und in einzelnen Abschnitten auch mit genauso viel Wortwitz. Leider kann ich es nur im Zusammenspiel mit den anderen Bänden bewerten und da war es für mich eindeutig das Schwächste.
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