Finde deinen Fixstern

von: Vera F. Birkenbihl
gelesen und rezensiert: Jänner / Februar 2026

Eine sanftere Stimme

Vera F. Birkenbihl steht für mich - egal ob in Vorträgen oder in ihren Büchern - vor allem für eines: eine starke, klare und laute Stimme. Über die Jahrzehnte hat sie sich ungemein viel Wissen angeeignet und es sich zur Aufgabe gemacht, uns dieses Wissen auf eine gehirngerechte Art und Weise zu vermitteln. Und dafür hat sie ihre Stimme genutzt.  “Finde deinen Fixstern” ist das letzte Werk an dem sie vor ihrem Tod gearbeitet hat und ihre Stimme hat für mich nichts an Klarheit eingebüßt, aber sie erlaubt sich leisere Töne - vielleicht ist das aber auch nur meine Interpretation.

Bedingungslose Liebe & Latten

Im Wesentlich handelt “Finde deinen Fixstern” von zwei großen Themen: Den Latten vor unserem geistigen Auge und dem Konzept der bedingungslosen Liebe, einem intellektuellen Aspekt und einem emotionalen. Die Latten, das sind die Programme, die wir seit Geburt mitbekommen haben, von Menschen und Systemen. So viele und so intensiv, dass wir glauben, dass die Latten, die wir in unserem höchst persönlichen Zaun haben, für jeden Menschen gleich sind. Und selbst wenn es Ähnlichkeiten gibt, viele sogar, so ist der persönliche Lattenzaun doch wie ein Fingerabdruck, einzigartig und unverwechselbar. Birkenbihl ermuntert uns, sich Gedanken über die Latten am eigenen Zaun zu machen und die Programme zu erforschen, die unser Leben, oft ganz unbewusst, steuern. Denn nur wer es schafft, die Latten zu lockern und beiseite zu schieben, der wird einen Blick auf die Wirklichkeit werfen können. 

Und in dieser Wirklichkeit, ob wir sie nun schon erkannt haben oder nicht, spielt ein emotionales Konzept eine besondere Rolle, nämlich jenes der bedingungslosen Liebe. Diese dürfen und sollen wir uns selbst und allen Menschen zuteil werden lassen. Sie spricht in diesem Zusammenhang vom kleinen Ich und der Seele (dem Wahren Selbst), die sich nicht selten im Widerstreit  befinden. Das kleine Ich, gefangen in seinen Programmen, die Seele, die davon nichts weiß und im Einklang mit dem kleinen Ich und anderen Seelen und deren kleinem Ich leben möchte. 

Die Übungen, die Birkenbihl in diesem Buch anbietet, habe ich als tiefgreifender und persönlicher wahrgenommen, als sonst. Sie führt uns näher an uns selbst heran, an das kleine Ich und an die Seele. Das ist ein Spagat, der gar nicht so einfach ist, weil sich doch Wissenschaft (kleines Ich) und Spiritualität (Seele) nicht immer ganz freiwillig die Hand reichen. Und so plädiert Birkenbihl auch dafür zu integrieren, was sich eben zeigt und gutmütig damit umzugehen. 


Lese-Empfehlung

Für mich war dieses Buch anders als die Bücher, die sie davor gemacht hat und anders als die Vorträge davor. Es wirkt für mich auch so, als war ihre Reise gedanklich noch nicht ganz zu Ende. Das Buch verstehe ich als Ermunterung diese Reise für mich persönlich fortzusetzen und mich daran zu erfreuen, wo sie mich hinführt.


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