Start with why

von: Simon Sinek
gelesen und rezensiert: Jänner 2026




Ein Konzept mit Geschichte

Ich kann gar nicht mehr genau sagen, wann ich das erste Mal mit den Ideen und Konzepten von Simon Sinek in Berührung gekommen bin. Vermutlich war es 2016 im Zuge meiner Ausbildung zum Diplomierten Online-Marketer - das ist also schon eine ganze Zeit her. Vielleicht war es aber auch schon früher, in meinen wilden Agenturjahren. Das war eine richtig verrückte Zeit, damals vor dem iPhone. Ich dachte es wäre sinnvoll 80 Stunden die Woche zu arbeiten und nur für 20 Stunden Geld zu bekommen - naja, darum solls hier gar nicht gehen. Sineks Konzept des golden circle ist jedenfalls nur noch knapp ein Teenager und geht hart auf die 20 zu. Kann so ein Konzept heute noch etwas oder ist das einfach alles outdated?


Warum und Wie, dann erst was.

Ich habe das Buch “start with why” zum ersten Mal wirklich gelesen und nicht nur überflogen und um mitreden zu können und weil ich allen zeigen wollte, dass ich deeper bin, und mir nicht nur den Ted-Talk angesehen zu haben. Und ich muss sagen, das Konzept passt heute wahrscheinlich noch besser, als vor 20 Jahren. Seine These ist recht simpel: Menschen entscheiden auf Basis von Emotionen (was heute neurowissenschaftlich weit besser belegt ist als Ende der 2000er Jahre), viele Unternehmen setzen in ihrer Kommunikation aber hauptsächlich auf rationale Elemente. In “start with why” geht er der Frage nach, warum es Unternehmen gibt, die so viel erfolgreicher sind als ihre Mitbewerber, warum es Menschen gibt, die ganze Generationen beeinflussen, obwohl ihnen das eigentlich nicht in die Wiege gelegt wurde. Und seine Antwort basiert auf seiner These. Es gibt Menschen und mit ihnen Unternehmen, die ihr Warum und ihr Wie kennen und artikulieren und damit den emotionalen Teil unseres Gehirns ansprechen. Oder ästhetischer formuliert: Es gibt Menschen und Unternehmen, die uns inspirieren ihnen zu folgen und ihre Produkte zu kaufen, weil wir uns mit ihnen verbunden fühlen. Was sie tun, ob es nun die Herstellung von Computern, das Anbieten von Flügen oder der Verkauf von Lebensmitteln ist, spielt nur eine untergeordnete Rolle. 


Ich habe mich mit dem Konzept beschäftigt, weil ich mit einem Unternehmen arbeite, das gerade auf der Suche nach sich selbst ist. Einem Unternehmen, das gerade daran arbeitet sich kommunikativ und ganz allgemein, so aufzustellen, dass es zukunftsfit ist. Und mein erster Gedanke war, das könnte ein Fall für “start with why” sein. Also habe ich das Buch durchgearbeitet und bin richtig begeistert. Ja, vieles ist heute nicht mehr ganz aktuell - klar. Es ist sehr amerikanisch geschrieben - also viele Redundanzen. Aber es hat eine klare Message, eine klare Idee und enorm viel positive Energie. Energie, die wir gerade jetzt sehr gut gebrauchen können. Und vielleicht lese ich gerade sehr viel hinein in das Buch, aber ich finde es vermittelt Selbstwirksamkeit - ein Wort, das vermutlich, als es geschrieben wurde, noch nicht wahnsinning verbreitet war. 


Leseempfehlung

Von meiner Seite also eine klare Leseempfehlung für alle, die auf der Suche nach einem Konzept sind, das Purpose ins Zentrum gestellt hat, als es noch kein Bullshit-Bingo-Wort war. Klar, wer das Konzept anwenden will, der muss noch einiges an Arbeit investieren - aber so ist es auch gedacht - zu lesen auf Seite 225. 


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