Zu viel von allem, zu wenig vom Richtigen.

von: Michael Lehofer

gelesen und exzerpiert: Mai / Juni 2026



Psychologe und Philosoph


Michael Lehofer ist Psychologe, Psychiater und Philosoph - als der erweist er sich, aus meiner Sicht in diesem Buch in besonderem Maße. Er wirft einen Blick auf unsere Zeit, auf uns als Menschen und als Menschheit und stellt eine Diagnose: Zu viel von allem, zu wenig vom Richtigen. Das klingt wenig ermutigend, vielleicht sogar resigniert. Aber so ist das Buch nicht, jedenfalls lese ich es nicht so. Lehofer zeigt, wie Zustände und Menschen sind, er sagt aber auch, dass nichts von dem so sein muss. Er bringt Beispiele aus seiner eigenen Arbeit, teilt Beobachtungen und regt damit zum Nachdenken an. Er schafft das, aus meiner Sicht, in dem er den erhobenen Zeigefinger - der heute präsenter ist, als er es sein müsste - zu Hause lässt. Wenn er über Menschen spricht, die seine Diagnose “zu viel von Allem, zu wenig vom Richtigen” untermauern, dann tut er es nicht, um diese Menschen bloßzustellen oder ihnen einen Vorwurf zu machen. Der Rest spielt sich im Gehirn des Lesenden ab. 


Mehr davon?

Auch im Fall dieses Buches, drängt sich die Frage auf, braucht es noch mehr davon? Die Regale mit Selbsthilfebüchern sind zum Bersten voll, genau wie jene mit philosophischen, soziologischen, politischen Einschätzungen unserer Zeit. Braucht es das Buch also? Das hängt davon ab, was man unter brauchen versteht. Nein, Lehofer enthüllt nichts, was nicht schon bekannt wäre. Es entsteht durch die Lektüre also für all jene, die sich ein bisschen mit dem Themenkomplex beschäftigt haben, kein neues Wissen. Bücher, wie jenes von Lehofer, braucht es aber auch nicht, weil sie neues Wissen liefern, sondern weil sie die Kraft haben, Veränderungen anzustoßen, bei den Menschen, die sie lesen. Das kann dieses Buch ganz sicher und darum wird es auch gebraucht. Damit wir vielleicht in 50 Jahren Bücher schreiben können mit dem Titel: Genug von allem und vor allem vom Richtigen. 


Leseempfehlung

Ein deutliches Ja, vor allem für Menschen, die nicht mehr wissen wollen über den Zustand der Welt und sich selbst, sondern die nach Inspiration für eine Veränderung im eigenen Leben sind.



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