Regen
von Ferdinand von Schirach Gelesen und rezensiert: November 2023 Es ist eigentlich kein Buch, mehr ein Büchlein, kein Roman, mehr ein Essay. Ein Schriftsteller, der seit 17 Jahren nicht mehr geschrieben hat, wird zum Schöffen berufen. Er schreibt nicht mehr, so lese ich es jedenfalls, seit seine Frau plötzlich stirbt und das genau an dem Tag, an dem er sein erstes Werk frisch aus der Druckerei nach Hause bringt. Jetzt aber muss er schreiben und zwar eine Erklärung, ob er in dem Fall, mit dem er als Schöffe betraut ist, befangen ist. Dazu kommt es, weil er in der Einvernahme den Beschuldigten fragt, welche Strafe dieser für angemessen hält - eine Vorverurteilung - also muss er sich erklären. Er geht in eine Bar und was ich kurz zusammengefasst habe, das erzählt der Protagonist dem Barkeeper - es ist mehr ein innerer Monolog mit einem Zuhörer. Die Story selbst ist dabei nicht das Ausschlaggebende, sondern die Gedanken, die im Monolog geäußert werden. Und darum möchte ich auch diese Rezen...