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Regen

von Ferdinand von Schirach Gelesen und rezensiert: November 2023 Es ist eigentlich kein Buch, mehr ein Büchlein, kein Roman, mehr ein Essay. Ein Schriftsteller, der seit 17 Jahren nicht mehr geschrieben hat, wird zum Schöffen berufen. Er schreibt nicht mehr, so lese ich es jedenfalls, seit seine Frau plötzlich stirbt und das genau an dem Tag, an dem er sein erstes Werk frisch aus der Druckerei nach Hause bringt. Jetzt aber muss er schreiben und zwar eine Erklärung, ob er in dem Fall, mit dem er als Schöffe betraut ist, befangen ist. Dazu kommt es, weil er in der Einvernahme den Beschuldigten fragt, welche Strafe dieser für angemessen hält - eine Vorverurteilung - also muss er sich erklären. Er geht in eine Bar und was ich kurz zusammengefasst habe, das erzählt der Protagonist dem Barkeeper - es ist mehr ein innerer Monolog mit einem Zuhörer. Die Story selbst ist dabei nicht das Ausschlaggebende, sondern die Gedanken, die im Monolog geäußert werden. Und darum möchte ich auch diese Rezen...

Betrug

von Zadie Smith Gelesen und rezensiert: Dezember 2023 (523) England und Jamaika, Ende vom Ende des 18. Jahrhunderts bis zum Ende des 19. Jahrhunderts - das sind die zeitlichen und geografischen Koordinaten des neuen Werks von Zadie Smith, “Betrug”. Anders als in ihren bisherigen Werken wählt Smith in “Betrug” nicht die Gegenwart, sondern die Vergangenheit, als Rahmen für ihre unfassbar reichhaltige Erzählung. Eliza Touchet und William Ainsworth, sind die beiden Protagonisten, die uns das gesamte Werk hindurch begleiten. Cousin und Cousine durchleben gemeinsam das 19. Jahrhundert und mit ihm ein Wechselspiel aus Erfolg und Niederlage, aus großen Träumen, Liebe, Hingabe, aber auch Treulosigkeit, Traurigkeit und Verlust. Erzählerisches Rückgrat des Buches ist die Geschichte des Falls Tichborne. In ganz Kurzen Worten: Der Sohn einer reichen Adelsfamilie, der Tichbornes, stirbt vermeintlich bei einem Schiffsunglück. Die Mutter glaubt daran nicht und sucht nach ihrem Sohn. Jahre nach dessen ...

Elisabeth T. Spira

  von Stefanie Panzenböck Es ist etwas anderes, eine Rezension zu schreiben, wenn man die Autorin kennt. Wir waren eine ganze Zeit lang wirklich eng befreundet und haben eine durchaus wechselvolle Zeit gemeinsam durchlebt. Ich kenne Stefie also ziemlich gut, oder besser gesagt, ich kannte das Ich von ihr, vor ein paar Jahren. Ich bin als Rezensent also befangen, weil ich Gedanken und Vermutungen in meine Rezension einfließen lasse, die eben auf dem Bekanntsein mit der Autorin beruhen. Andererseits gibt das dem ganzen vielleicht einen kleinen Twist, der dem Leser oder der Leserin der Rezension etwas aufzeigt, was sonst verborgen geblieben wäre. Aber genug der Vorrede. Stefie hat sich für ihr erstes Buch - falls es das ist - oder für die erste Biografie - falls sie es ist - jedenfalls hat sie sich mit Elisabeth T. Spira genau die Richtige, leider verschiedene Protagonistin, ausgesucht. Das Subtile, die Zwischentöne, war immer etwas, worauf Stefie besonders sensibel war und sie teilt ...

Willkommen in Stefans Bücherstube

Das kling altmodisch? Vielleicht, aber das sind Bücher, oder sie zu lesen, doch auch ein wenig. Ich mache es dennoch gerne und das schon seit Jahrzehnten. Tatsächlich kaufe ich dich Bücher meist auch schon seit der Schulzeit markiere ich ungestüm, schreibe eigene Gedanken auf und setze auch das eine oder andere Eselsohr. Bücher sind ein nicht unbeträchtlicher Teil meines Weges mich mit der Realität auseinanderzusetzen. Die Auswahl der Bücher die ich lese ist recht breit und folgt keinem wirklichen Plan. Also ja, ich habe eine Liste mit Büchern, die ich gerne lesen möchte, wahrscheinlich habe ich sogar drei oder vier davon. Aber die Bücher schaffen es meist auf die Liste weil ich irgendwo eine Anmerkung dazu gelesen habe, oder sie mir empfohlen wurden, aber nicht weil ich ein Ziel damit verfolge und deswegen gezielt Bücher auswähle.  Ich lese eklektisch könnte man sagen. Das reicht von den großen Klassikern der Literatur, bis hin zu modernen Fach- und Sachbüchern. Worauf ich gerade ...